Funktionsweise eines Prestaged Media im SCCM 2007 R3

by Thorsten Christoffers on 07/23/2010 | 0 Comments | 3,754 Views

 

Wie in meinem vorherigen Artikel schon beschrieben,  gibt es mit SCCM 2007 R3 einen neuen Medientyp im OS Deployment.  Wenn man diesen Gedanken weiter verfolgt und sich den Aufbau einer Tasksequence vorstellt, merkt man schnell, dass man im OS Deployment ein paar Anpassungen machen muss. Als erstes muss man natürlich in der Sequence „Apply Operating System“  das neue Prestaged WIM auswählen, damit es angewendet wird. 

 Es ist aber wichtig, dass das Prestaged Media als Daten WIM angewendet wird, da es nicht auf dem normalen Wege auf der Platte entpackt werden darf. Ansonsten würde SCCM versuchen das Filesystem auf die Platte zu bekommen und auch den Bootsektor zu schreiben. Dies ist aber so nicht vorgesehen. Der erfahrene SCCM Admin fragt sich jetzt bestimmt wie man in der Taskseqeunce diese Logik implementiert. Hierzu wurde die SCCM Tasksequence Variable „_SMSTSMediaType“ um einen Eintrag erweitert. Dieser lautet wie folgt:

 

_SMSTSMediaType = OEMmedia

 

Dies ist auch das große Geheimnis, wie SCCM 2007 oder auch das MDT 2010 SP1 mit dem neuen Medium umgehen können. Wenn man im Wizard die Erstellung eines “ Prestaged Media“ auswählt, wird die Variable automatisch gesetzt und als nicht schreibbare Variable in das “ Prestaged Media“  eingebaut. Wenn die Tasksequence dann später läuft und in diesem Moment von einem Prestaged Media gestartet wurde, erkennt die Tasksequence die Variable „_SMSTSMediaType“ mit dem Wert OEMmedia. Sobald diese Variable mit dem Wert OEMmedia erkannt wird, werden automatisch die Sequencen  für die Formatierung und das Anwenden des WIM Files übersprungen. Da dies im Code vom R3 inbegriffen ist, braucht auch keine Bedingung manuell für diese Sequencen eingepflegt werden. D.h. würde der Client an dieser Stelle sofort zum nächsten Bereich (Gruppe) in der Tassequence springen und würde z.B. mit der Installation von Paketen beginnen.

 

 Somit können die vorhandenen Prozesse schnelle um dieses Feature erweitert werden, da die Logik im Programcode enthalten ist. Hierzu sollte man natürlich erst einmal ein Testlab bemühen, ein Backup der Tasksequencen machen und nur eine Kopie der Tasksequence benutzen. 

 

Wie man sieht kann man nun den neuen Tasksequence Typ auf einem SCCM 2007 R3 auswählen:

 

 

  • 1.)   
    Man wechselt in den OS Deployment Bereich des
    SCCM: System Center Configuration Manager / Site
    Database
     / Computer
    Management/ Operating System Deployment
     /Task
    Sequences
  • 2.)   
     Im Action
    Menü oder im Kontext Menü wählt man dann den Punkt „Create
    Task Sequence Media
    “ aus.
  • 3.)   
    Als Medium wählt man dann das  Prestaged Media 
    aus.
  • 4.)   
    Wie gewohnt werden die Attribute auf der
    Folgeseite gefüllt.
  • 5.)   
    Auf dem Sicherheitsreiter kann dann noch ein
    Passwort angegeben werden, wenn dies benötigt wird.
  • 6.)   
    An dem Punkt „Boot Image 
    wird das passende Boot Image ausgewählt Hier muss man auch die Architektur
    (X86/X64) achten und auch die passenden Treiber eingebunden haben.
  • 7.)   
    Dann den Wizard über „Finish 
    abschließen und dann macht das WAIK den Rest.

 

 

Jetzt muss das erstelle Prestage Media in SCCM 2007 R3
eingebunden werden und das WIM muss auf die Platte gebracht werden:

1.)   
Das erstellte WIM muss in SCCM eingebunden und auf die Distribution Points verteilt werden.

2.)   
Eine neue „Coustom“ Tasksequence muss erstellt
werden.

 

  • 3.)   
    Das passende Boot Image muss ausgewählt werden.
  • 4.)   
    Die Platte muss nach den Bestimmungen
    partitioniert werden.
  • 5.)   
    Die Platte dann noch (quick) formatieren.
  • 6.)   
    Jetzt kommt der wichtige Punkt: Der BCD Store
    muss konfiguriert werden:  “x:\boot\Bootsect.exe /nt60 C:”
    Wobei „C:“ die System Partition ist.
  • 7.)   
    Jetzt wird das Prestage WIM als Daten Image auf die Platte angewandt. Wichtig: Das Ganze muss als Daten Image angewandt werden
    und nicht als System Image, da die Konfiguration später erst kommt.
  • 8.)   
    Als letzten Schritt muss noch der Befehl
    für den Shutdown eingegeben werden:  Shutdown
    /f /s

 

Wenn der Rechner danach wieder gestartet wird und der SCCM Client sich am Management Point gemeldet hat, bekommt der Client seine aktuelle Policy. Hierbei bekommt er den Hinweis, dass er die Tasksequence starten soll. Die Sequence wird die Betriebssystemkonfiguration, Formatierung,  etc. überspringen, da dies ja mit der Bedingung des Medientyps definiert ist. Somit springt er dann in den Bereich für die Softwareinstallation,  Patching und was alles noch definiert ist. Das Ergebnis sollte dann ein frisch installierter Client sein, der genauso aussieht als wenn man ein „Standard“ Image benutzt hätte.

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